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Arznei- und Heilpflanze 2017

Veröffentlicht am 21.11.2016

Gänseblümchen (Bellis perennis) - Heilpflanze des Jahres 2017Gänseblümchen (Bellis perennis) - Heilpflanze des Jahres 2017Jährlich werden die heilkundlich bedeutsamen Pflanzen für das kommende Jahr vorgestellt. Hier müssen wir wirklich von der Mehrzahl sprechen, da es eine Arzneipflanze sowie eine Heilpflanze pro Jahr gibt.

Wie kommt dies zustande?

Die Arzneipflanze des Jahres wird vom Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde am Institut für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg ausgewählt nach ihrem Nutzwert für Pharmazie und Medizin. Für das Jahr 2017 handelt es sich um den Saathafer (Avena sativa). Wahrscheinlich denken viele jetzt sofort an Haferschleim und Magenbeschwerden. Hafer enthält viele Spurenelemente, alle Vitamine der B-Gruppe und auch Zink und Kieselsäure. Auf Grund des hohen Anteils an Vitamin-B sollte er fester Bestandteil einer rein vegetarischen oder veganen Ernährung sein. Traditionell naturheilkundlich findet er auch seine Berechtigung als Beruhigungsmittel auf Grund seines Alkaloides Avenin, allerdings liegt für den Hafer nur eine sogenannte Nullmonographie vor. Dies besagt, dass kein wissenschaftlicher Nachweis für die Wirksamkeit des Hafers vorliegt.

Im Gegensatz zur Arzneipflanze des Jahres kürt der Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim (so lautet der richtige Name von Paracelsus) e.V. (NHV Theophrastus) jährlich eine Heilpflanze des Jahres. Hierbei geht es um die Rolle der Pflanzenheilkunde in der medizinischen Anwendung sowie die Botanik der entsprechenden Pflanze. Für das Jahr 2017 ist das Gänseblümchen ausgewählt worden (Bellis perennis). Viele werden sich jetzt wundern, weil sie nicht vermutet hätten, das unser Gänseblümchen zu den Heilpflanzen zählt. Es enthält Saponine sowie Bitter- und Gerbstoffe. Aus diesen Inhaltsstoffen ergibt sich die traditionelle Anwendung der Blüten und Blätter als Tinktur zur Verdauungsförderung und Reinigung. Weiterhin zählt sie traditionell angewandt zu den Verletzungsmitteln. Auch für diese Pflanze gibt es keine schulmedizinisch relevanten Wirksamkeitsnachweise.

Im kommenden Jahr kann man bei einem Spaziergang auf die Arznei- und Heilpflanze des Jahres achten. Der Hafer fällt durch seine filigrane und zarte, dem Wind folgende Statur auf. Im Gegensatz dazu finden wir das Gänseblümchen unten am Boden. Die Blüten öffnen sich bei Sonnenschein und sind bei Regen und Dunkelheit geschlossen. Da wir hier am Alpenrand Ende November wieder einmal Föhn haben mit warmen Temperaturen, habe ich heute schon blühende Gänseblümchen gesehen :-).

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