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Beckenboden - brauch ich nicht!

Veröffentlicht am 27.04.2017

Rosskastanie - eine VenenpflanzeRosskastanie - eine VenenpflanzeSo könnte man die Rückmeldungen der dreiteiligen Seminarreihe beschreiben: Nachdem das Interesse am Stimmkurs und auch am craniosakralen Kurs deutlich war, gab es für den Rücken-Beckenboden-Kurs eher Rückmeldungen wie: ich bin doch nicht schwanger oder in den Wechseljahren; das klingt so anstrengend ...

Ist es denn wirklich so, dass der Beckenboden nur für Schwangere, junge Mütter und ältere Damen eine Rolle spielt?

Die Beckenbodenmuskulatur ist ein quer verspanntes Netz von Muskeln, die unser Becken in alle Richtungen durchziehen. Sie haben eine große Haltefunktion für die inneren Organe nach oben und eine stabilisierende Funktion in der Aufrichtefunktion unseres Körpers. Wer unglücklicherweise einen Symphysenbruch hatte (dies ist der kleine querverlaufende Knochenring vorne unten am Bauch), der weiß, welche Funktion das Becken beim (Auf)-Stehen und Gehen ausübt. Sämtliche blutzu- und abführenden Gefäße der Beine, die Nerven für die Versorgung der Beine sowie die Ausführungsgänge der Unterbauchorgane müssen trotz Haltefunktion den Beckenboden durchqueren.

Somit sind die Beckenbodenübungen zugegebenermaßen wirklich die anstrengendsten Übungen im Programm, da es immer Sinn macht, auch die Bauchmuskulatur mit einzubeziehen. Ein 10 - 20-minütiges Programm täglich erzielt einen schönen Effekt, da die Wirkung durch die wiederholte Anwendung und Bewegung der Muskeln eintritt.

Als Sänger weiß man, dass viel Stabilität im Ton durch die Anspannung des Beckenbodens hervorgerufen wird. Somit funktioniert er ebenso wie das Zwerchfell als Atemstütze. Eine gute funktionierende Atmung bringt auch den Beckenboden in Bewegung. Diese Funktion ist nicht nur nach oben wichtig, sondern hat auch einen Sogeffekt nach unten und damit auf den Abfluss des venösen Blutes aus den Beinen. Unsere Venen werden nicht aktiv bepumpt - das Blut muss allein zum Herzen zurückfließen. In aufrechter Position widerspricht dies der Schwerkraft. Die Venen sind mit Klappen ausgerüstet, die sich nur in Herzrichtung öffen und somit ein Zurückfließen des Blutes verhindern. Unterstützende Mechanismen für den Blutabfluss sind die Muskelpumpen, das heißt Bewegungen (Kontraktionen) der Muskeln befördern das Blut in Richtung Herz. Aus diesem Grund leiden auch Personen, die sehr viel stehen schneller unter "schweren" Beinen, da die aktive Unterstützung durch die Muskulatur fehlt. Alternativ kann man sich behelfen, indem die Beine zwischendurch hochgelagert werden.

Generell kann man sagen, dass ein schwaches Bindegewebe Dispositionen zu venösen Problemen weniger entgegenzusetzen hat. Die Rosskastanie (siehe Foto oben) ist eine Pflanze zur Venenunterstützung. Also liebe Leute, wenn es das nächste Mal heißt: Achtung Beckenboden - MITMACHEN :-).

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